WeihnachtsOratoriumOper

Spielhandlung

Unheilvolles Dunkel liegt über der Bühnen-Welt. In der Mitte ragt ein mächtiger Thronstuhl auf, der, zusammen mit einer Krone und einer Blutschleppe, die Machtinsignien des König Herodes repräsentiert. Einige Schergen halten Wacht.

Kinder laufen herein, und augenblicklich vertreibt strahlende Helligkeit die Finsternis. JAUCHZET, FROHLOCKET! fordern sie die Erwachsenen auf, um dann zusammen zu PREISEN, was der HÖCHSTE HEUTE GETAN HAT. Dann sorgen sie dafür, dass der bedrohliche Thronstuhl des König Herodes beiseite geschafft wird. Anschliessend tragen sie feierlich die Heilige Schrift herein: LASST UNS DEN NAMEN DES HERRSCHERS VEREHREN. Die vier Oratorien-Sänger kommen dazu. Die Kinder animieren sie mit entsprechenden Kostümteilen, in die Rollen von Evangelist, Engel, Maria und Joseph zu schlüpfen. Der Bass-Sänger aber möchte anstelle des braven Josephs eigentlich viel lieber den gefährlichen Herodes spielen.

ES BEGAB SICH ABER ZU DER ZEIT... der Evangelist beginnt die Weihnachts-Erzählung: UND JEDERMANN GING IN SEINE STADT. Groß und Klein machen sich auf den Weg zur SCHÄTZUNG. Doch für Maria KOMMT DIE ZEIT, DASS SIE GEBÄREN SOLL. Die Kinder schmücken Maria für das große Wunder: BEREITE DICH ZION MIT ZÄRTLICHEN TRIEBEN. Mit den himmlischen Heerscharen im Bunde, lassen die Kinder dann den großen Weihnachts-Stern hernieder schweben: NUN WIRD DER STERN AUS JAKOB SCHEINEN.

Im Inneren des Weihnachts-Sterns verborgen, ereignet sich die Geburt des Christus-Lichtes: ER IST AUF ERDEN KOMMEN ARM. In den Händen Marias erglänzt eine kleine Kerze: O, JESU, SETZE MIR SELBST DIE FACKEL BEI. Aber Joseph ist verwirrt, er hatte einen heldenhaften Jesus erwartet: GROSSER HERR UND STARKER KÖNIG. In der Pastoral-Sinfonie träumt er sich in eine wundersame Winter-Schnee-Nacht hinein; zusammen mit Maria und einem SCHWACHEN KNÄBLEIN, das der Engel herbeigeführt hat.

In der Pastoral-Sinfonie träumt er sich in eine wundersame Winter-Schnee-Nacht hinein; zusammen mit Maria und dem SCHWACHEN KNÄBLEIN, das der Engel herbeigeführt hat.

S z e n e n w e c h s e l
Die Hirten lagern bei ihren Herden. Das Licht des Verkündigungs-Engels erschreckt sie so sehr, dass sie davonlaufen. Das SCHÖNE MORGENLICHT verklärt die ganze Welt: die Sternen-Kinder erleuchten als HIMMLISCHE HEERSCHAREN rundherum das Firmament. Joseph ist von all den Geschehnissen erschöpft und darf sich in den Armen Marias erholen: SCHLAFE, MEIN LIEBSTER, GENIESSE DIE RUH. Danach eilt er den Hirten hinterher: GEHT, DIESES TREFFT IHR AN. Ausgelassen singt und tanzt er zusammen mit dem Engel, um den Hirten zu zeigen, dass man vor den Himmelsboten keine Angst zu haben braucht: HERR DEIN MITLEID, DEIN ERBARMEN TRÖSTET UNS UND MACHT UNS FREI.

Neugierig lassen sich die Hirten von Joseph NACH BETHLEHEM geleiten, um zu SEHEN, WAS IHNEN DER HERR KUND GETAN HAT. Maria ermahnt sie: SCHLIESST DAS SELIGE WUNDER FEST IN EUREM GLAUBEN EIN. Die Kinder verteilen die neu-geborene Flamme des Jesuslichtes an die Hirten. Diese PREISEN UND LOBEN GOTT, kehren um und tragen die Weihnachts-Botschaft in die Welt hinaus...

Aber Herodes Macht ist nach wie vor ungebrochen. Der Darsteller des Joseph verfällt endgültig der bizarren Ausstattung des Königs. Mit dem Anlegen der glänzenden Krone und der roten Blutschleppe verwandelt er sich gänzlich in Herodes, und als solcher beauftragt er seine Häscher, alle Kinder einzufangen. Es wurde nämlich prophezeit, dass ihm ein NEUGEBORENER KÖNIG seine Krone streitig machen wird. Das will er mit aller Gewalt verhindern.

Herodes, der die Kinder von Bethlehem in seine Gewalt gebracht hat, im Kampf mit dem Engel. 
						Probenfoto: Kevin Driver Der Engel hilft den Kindern, sich zu verstecken: FLÖSST DEIN NAMEN SCHRECKEN EIN? --- NEIN, NEIN! tönt das kecke Echo der Kinder von verschiedenen Seiten. Herodes und seine Schergen sind zunächst irritiert, doch schon können sie ein Kind ergreifen. Aber der Engel schreitet ein, befreit es und zwingt Herodes zu Boden. Mit einer scheinheiligen Ausflucht: WOHLAN, SEIN NAME SOLL ALLEIN IN MEINEM HERZEN SEIN kann er den Engel ablenken. Herodes entflieht und ersinnt eine neue Attacke.

Die „Weisen aus dem Morgenland“ forschen nach Jesus: WO IST DER NEUGEBORENE KÖNIG? Da erscheint Maria in der Höhe, wie eine Himmelskönigin und antwortet sehr geheimnisvoll: HIER WOHNT ER, HIER IN MEINER BRUST. Das hört auch Herodes. Jetzt weiß er, wo und wie er suchen muß. Er verkleidet sich ebenfalls als Weiser und mischt sich heimlich unter sie: ERLEUCHT AUCH MEINE FINSTREN SINNE gaukelt er Maria vor. Aber auch sie durchschaut den Heuchler, der unverrichteter Dinge abziehen muss. Dann ermutigt Maria die verängstigten Weisen: WARUM WOLLT IHR ERSCHRECKEN?

Herodes setzt jetzt alles auf eine Karte. Mit lodernden Fackeln treiben seine Schergen die Weisen zusammen, die Maria in ihrer Mitte versteckt haben: HERR, WENN DIE STOLZEN FEINDE SCHRECKEN, LASS UNS DEINE HILFE SEHEN. Herodes versucht sogar, die Weisen mit Gold zu bestechen: SAGT MIR, WO DAS KINDLEIN IST, DASS ICH KOMME UND ES ANBETE. Aber die Weisen lassen sich nicht zum Verrat bewegen.

Plötzlich entdeckt Herodes Maria in ihrer Mitte... in höchster Gefahr greift abermals der rettende Engel ein: DU FALSCHER SUCHE NUR DEN HERRN ZU FÄLLEN. Er fordert König Herodes zum Zweikampf heraus: NUR EIN WINK VON SEINEN HÄNDEN STÜRZT OHNMÄCHTIGER MENSCHEN MACHT. Das Licht ringt mit der Finsternis. Am Ende wird Herodes vom göttlichen Licht verschlungen... ist das „allgegenwärtig Böse“ besiegt?

Der Evangelist erzählt den Kindern - die Heilige Schriften-Sammlung in Händen - das Ende der Weihnachts-Geschichte ... da ertönt eine zarte Stimme durch die Nacht: ICH STEH AN DEINER KRIPPEN HIER, O JESULEIN MEIN LEBEN...
und unvermittelt tauchen aus dem Dunkel wieder die Handlanger des Herodes auf. Sie entreißen dem Erzähler seinen SCHATZ UND HORT, stellen den Herrscher-Thron zurück in die Mitte und versuchen abermals, gewaltsam ihre Macht durchzusetzen. Dem bedrängten Erzähler wird jedoch durch die Darsteller von Maria, Engel und Joseph/Herodes Hilfe zuteil. Sie haben inzwischen ihre Rollen-Kostüme abgelegt, und als Oratoriensänger – so, wie sie zu Beginn auftraten - beschwören sie nun alle zusammen:
WAS WILL DER HÖLLE SCHRECKEN NUN, DA WIR IN JESU HÄNDEN RUHN. Zum Schluss drapieren sie - AN DER FEINDE SCHAR WOHL GEROCHEN - die rote Schleppe über das goldene Altarkreuz...

Alle Beteiligten, Kinder und Erwachsene sammeln sich und resümieren: TOD, TEUFEL, SÜND UND HÖLLE SIND GANZ UND GAR GESCHWÄCHT. Mit großer Zuversicht und mit der Wiederholung des anfänglichen JAUCHZENS UND FROHLOCKENS endet das Weihnachts-Oratorium-Opern-Spiel.

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