Das Licht scheint in die Finsternis

In fünf Gottesdiensten wollen wir uns mit den handelnden Personen in dieser Geschichte und im Weihnachtsoratorium von J.S. Bach beschäftigen und den Fragen nachgehen: Wie lernt man Hoffnung? Schützt uns diese Hoffnungsgeschichte in unserer Verletzlichkeit? Wer behält Recht? Lassen Sie uns den Gottesdiensten und der szenischen Aufführung des Weihnachtsoratoriums gespannt entgegen sehen!

Anfänglich leben, leben aus dem Anfang – das heißt, die Adventszeit als Zeit der Anfänge ernst zu nehmen. Nach und nach werden die Lichter entzündet. Licht als Zeichen, das etwas Neues beginnt. Dafür braucht es Zeit – ein Weg wird begonnen. Er führt uns bis Weihnachten und darüber hinaus.

Das Licht, der Stern über Bethlehem, als Zeichen, dass dieses Neue beginnt. Es scheint in die Dunkelheit, es vertreibt sie. Die Dunkelheit, die für die schweren Seiten im Leben steht, für Armut, die man sieht und nicht sieht. Die Sehnsucht nach diesem Licht, nach der Überwindung des Dunkels, ist in den Menschen. Die Hoffnung auf Erlösung und Befreiung ist in den Menschen. Solche Hoffnung lernt man dadurch, dass man lebt, als sei diese Erlösung und Befreiung möglich.

Mit der Geburt Jesu will Gott Neues auf dieser Erde beginnen: Seine Gerechtigkeit wider alle von uns gemachte Ungerechtigkeit; seine Hilfe für alle, die vergessen sind und sich verloren glauben. Jedes Kind bringt bis heute diese Botschaft, dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat (R. Tagore). Er setzt sich zu uns in Beziehung, sucht und ruft, heilt und richtet auf, gibt und nimmt, gibt uns die Hoffnung auf ein Leben ohne Angst. Unter dem Schutzschild dieser Hoffnungsgeschichte lernen wir, widerständig zu hoffen und zu handeln – wie Maria.

Gegen solche Hoffnungsgeschichten erhebt sich Widerstand in Gestalt des Herodes als Prototyp des Bösen. Gegen alle Hoffnung auf Befreiung wird das Böse und die Unterdrückung des Menschen inszeniert. Und so zeigt die Weihnachtsgeschichte auch wie verletzlich und gefährdet das menschliche Leben ist.

Holger Gifhorn

Termine der Gottesdienste

Sonntags, 10 Uhr

18.11.2012 - Wie lernt man Hoffnung?
25.11.2012 - Wie verletzlich ist der Mensch?
02.12.2012 - .... und macht uns frei!
09.12.2012 - Erhebt eure Häupter!
16.12.2012 - Incarnatus est!

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